Glykoprotein-Hormon-Mischung (FSH + LH-Aktivität; reproduktiv-endokrine Forschung) Begrenzte Humandaten

HMG

Andere Bezeichnungen: Menotropin, Human Menopausal Gonadotropin, hMG

WICHTIGE EDITORIELLE KLARSTELLUNG: HMG (Human Menopausal Gonadotropin / Menotropin) ist KEIN synthetisches Peptid und KEINE definierte Einzelsequenz. Es ist eine Glykoprotein-Hormon-Mischung, die historisch aus dem Urin postmenopausaler Frauen aufgereinigt wird und sowohl follikelstimulierende-Hormon-Aktivität (FSH) als auch luteinisierende-Hormon-Aktivität (LH) liefert. FSH und LH sind beide heterodimere Glykoproteine (α- und β-Untereinheiten, ca. 200 Aminosäuren insgesamt) mit ausgeprägter posttranslationaler Glykosylierung. HMG ist eine seit den 1960er Jahren etablierte Fertilitätstherapie für die kontrollierte ovarielle Hyperstimulation (COH) bei In-vitro-Fertilisation (IVF) und intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) sowie für die Ovulationsinduktion bei anovulatorischen Frauen. Triscience listet HMG ausschließlich als Forschungseintrag — der Anwender muss sich bewusst sein, dass es sich um ein biologisches Glykoprotein-Produkt handelt, nicht um eine definierte chemische Substanz wie die übrigen Peptide im Portfolio. Ausschließlich für Forschungszwecke.

HMG – Produktbild des Peptid-Fläschchens

Identität & Chemie

Aminosäuresequenz
NOT A SINGLE PEPTIDE. HMG (menotropin) is a glycoprotein hormone mixture containing follicle-stimulating hormone (FSH) and luteinizing hormone (LH) activity, traditionally purified from the urine of post-menopausal women. FSH and LH are heterodimeric glycoproteins (α + β subunits, ~200 residues total) — not synthetic peptides and not single defined sequences.
Summenformel
Mixture — no single molecular formula (FSH ≈ C975H1513N267O304S26; LH ≈ C681H1056N174O218S15 for the apoproteins, plus heterogeneous glycosylation)
Molekulargewicht
Approximate apoprotein masses: FSH ≈ 30 kDa, LH ≈ 28 kDa (glycoforms vary by source)
CAS-Nummer
9002-68-0 (menotropin, mixture)
IUPAC-Name
Not applicable — glycoprotein hormone mixture, not a single chemical entity

Wirkmechanismus

HMG liefert sowohl FSH- als auch LH-Bioaktivität. FSH stimuliert die Granulosazellen des Ovars (Follikelreifung); LH stimuliert die Thekazellen (Androgenproduktion) und triggert den Ovulationsanstoß.

In der Reproduktionsmedizin wird HMG zur kontrollierten ovariellen Hyperstimulation in IVF-/ICSI-Protokollen eingesetzt. Der relative FSH/LH-Anteil pro Ampulle (typischerweise 75 IU FSH + 75 IU LH-Aktivität) macht es zu einer dual aktiven Alternative zu rekombinantem FSH allein.

Molekulare Zielstrukturen

  • FSH-Rezeptor (Granulosazellen — Follikelreifung)
  • LH/CG-Rezeptor (Thekazellen, Corpus-luteum-Zellen — Androgenproduktion, Ovulation, Lutealphase)

Signalwege

  • Gs → cAMP → PKA → Steroidogenese und Follikelreifung

Forschungsanwendungen

HMG ist seit den 1960er Jahren in der Reproduktionsmedizin etabliert. Die meisten modernen Daten vergleichen HMG mit rekombinantem FSH in IVF-/ICSI-Protokollen und finden weitgehend äquivalente klinische Ergebnisse.

IVF / ICSI — kontrollierte ovarielle Hyperstimulation (Meta-Analyse)

Phase IV

Die Coomarasamy-2008-Meta-Analyse berichtet, dass urinäres HMG gegenüber rekombinantem FSH in agonistischen Long-Down-Regulations-Protokollen leicht höhere Schwangerschaftsraten erzielt (klinische Schwangerschaftsrate-Odds-Ratio 1,18, 95% CI 1,02–1,38).

— Coomarasamy et al. 2008, Hum Reprod 23(2):310-315 (PMID 18056719)

Klinischer Status

Regulatorischer Status
HMG / Menotropin ist eine zugelassene und etablierte Fertilitätstherapie — z.B. Menopur® (Ferring) ist in den USA, der EU und vielen anderen Märkten zugelassen. WICHTIG: Triscience führt HMG NICHT als pharmazeutisches Produkt, sondern ausschließlich als Forschungseintrag. Der Listeneintrag von HMG hier impliziert keine therapeutische Anwendung.
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Sponsor
Historisch: Serono (Pergonal, vom Markt). Aktuell: Ferring Pharmaceuticals (Menopur®) und mehrere Generika-Hersteller.

Sicherheitsprofil

Beobachtet in Forschungsstudien

Limited human data im Triscience-Forschungs-Kontext. Im klinischen Setting der Reproduktionsmedizin sind die wichtigsten Sicherheitsbedenken das ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS) und Mehrlingsschwangerschaften.

In Studien beobachtete unerwünschte Ereignisse

  • Reaktionen an der Injektionsstelle
  • Bauchschmerzen / Blähungen (im COH-Kontext)
  • Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) — klinisch relevant in der Fertilitätstherapie

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse

  • Schweres OHSS (selten, im klinischen COH-Setting)
  • Mehrlingsschwangerschaften (klinisch relevant in der Reproduktionsmedizin)

Literaturverzeichnis

  1. Lunenfeld B Historical perspectives in gonadotrophin therapy Human Reproduction Update 2004;10(6):453-467. 2004 .

  2. Coomarasamy A, Afnan M, Cheema D, van der Veen F, Bossuyt PMM, van Wely M Urinary HMG versus recombinant FSH for controlled ovarian hyperstimulation following an agonist long down-regulation protocol in IVF or ICSI treatment: a systematic review and meta-analysis Human Reproduction 2008;23(2):310-315. 2008 .

  3. Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine Use of exogenous gonadotropins for ovulation induction in anovulatory women: a committee opinion Fertility and Sterility 2020;113(1):66-70. 2020 .

Häufige Fragen

Ist HMG ein synthetisches Peptid?
Nein. HMG ist eine Glykoprotein-Hormon-Mischung, die historisch aus dem Urin postmenopausaler Frauen aufgereinigt wird. Sie enthält FSH- und LH-Aktivität. Es ist keine definierte Einzelsequenz und unterscheidet sich kategorisch von synthetischen Peptiden wie BPC-157 oder Tirzepatid.
Wird HMG klinisch verwendet?
Ja — HMG (z.B. Menopur®) ist eine zugelassene Fertilitätstherapie für die kontrollierte ovarielle Hyperstimulation in IVF-/ICSI-Protokollen und die Ovulationsinduktion. Triscience listet HMG jedoch ausschließlich als Forschungseintrag.