Die regulatorische Evidenzbasis stützt sich auf zwei Phase-III-Direktvergleichsstudien zwischen rekombinantem und urinärem hCG als Ovulationstrigger (Driscoll 2000; Chang 2001), eine RCT zur intratestikulären Testosteronaufrechterhaltung unter Suppression durch exogenes Testosteron (Coviello 2005), umfassende Übersichtsarbeiten zu HCG-Isoformen als Tumormarker (Stenman 2006) und biologischen Funktionen (Cole 2010), sowie eine kriterienbasierte Meta-Analyse, die die Simeons-„HCG-Diät" widerlegt (Lijesen 1995).
Assistierte Reproduktion — rhCG vs. uHCG als Ovulationstrigger (Phase III, n=84)
Phase III Studien berichten, dass subkutanes Ovidrel 250 µg gegenüber intramuskulärem Profasi 5.000 IE äquivalente primäre Endpunkte (Anzahl gewonnener Eizellen, Reifungsrate, Fertilisationsrate) lieferte, mit höherem Serumprogesteron 6–7 Tage nach Trigger im rhCG-Arm und weniger lokalen Reaktionen.
— Driscoll et al., Hum Reprod 2000;15(6):1377–1381
Assistierte Reproduktion — rhCG-Dosisfindung vs. uHCG (Phase III, n=297)
Phase III Studien berichten in einer offen randomisierten Dreiarmstudie eine mittlere Eizellgewinnung von 13,6 (Ovidrel 250 µg) vs. 14,6 (Ovidrel 500 µg) vs. 13,7 (Profasi 10.000 IE) — Nichtunterlegenheit der 250-µg-Dosis bei reduzierten lokalen Injektionsreaktionen — was die spätere FDA- (2000) und EMA-Zulassung (2001) klinisch trug.
— Chang et al., Fertil Steril 2001;76(1):67–74
Männlicher Hypogonadismus — niedrigdosiertes hCG zur Erhaltung der intratestikulären Testosteronkonzentration (RCT)
Phase II Studien berichten, dass die Co-Administration von hCG (125, 250 oder 500 IE jeden zweiten Tag) bei gesunden Männern unter exogener Testosterongabe die intratestikuläre Testosteronkonzentration dosisabhängig erhielt, während sie unter Testosteron allein um etwa 94 % von den Ausgangswerten abfiel — die mechanistische Grundlage für hCG-Zugabe zu Testosteronregimen mit Erhalt der spermatogenen Achse.
— Coviello et al., J Clin Endocrinol Metab 2005;90(5):2595–2602
HCG-Isoformen als Tumormarker — Übersichtsarbeit
observational Studien beschreiben die unterschiedliche diagnostische Aussagekraft von intaktem hCG, freier β-Untereinheit, hyperglykosyliertem hCG und dem urinären β-cf-Fragment bei gestationalen Trophoblasterkrankungen, testikulären Keimzelltumoren und ausgewählten nicht-trophoblastischen Malignomen — und betonen, dass Assays, die nur intaktes hCG erfassen, β-Subunit-sezernierende Tumoren übersehen können.
— Stenman et al., Hum Reprod Update 2006;12(6):769–784
Biologische Funktionen von hCG — Übersichtsarbeit
observational Studien klassifizieren vier hCG-verwandte Moleküle mit unterschiedlicher Biologie: Schwangerschafts-hCG (Synzytiotrophoblast, endokrine Funktion), hyperglykosyliertes hCG (Cytotrophoblast, Invasion), freie β-Untereinheit (verschiedene nicht-trophoblastische Malignome) und hypophysäres hCG (geringe Spiegel bei postmenopausalen Frauen) — eine Schichtung, die die Tumormarker-Interpretation und die Forschungslogik prägt.
— Cole, Reprod Biol Endocrinol 2010;8:102
„HCG-Diät" (Simeons) — kriterienbasierte Meta-Analyse
observational Studien dokumentieren in einer Meta-Analyse von 24 Studien (8 kontrolliert, 16 unkontrolliert), dass HCG als Adjuvans zu einer sehr kalorienarmen Diät keinen Gewichtsverlust, keine Fettumverteilung und keine Reduktion von Hunger oder verbessertes Wohlbefinden über die Kalorienrestriktion hinaus bewirkt; die FDA hat zudem öffentliche Warnungen gegen „homöopathische" hCG-Abnehmprodukte erlassen.
— Lijesen et al., Br J Clin Pharmacol 1995;40(3):237–243